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Prof. Rainer Knußmann war bis zu seiner Emeritierung Direktor des Instituts für Humanbiologie an der Universität Hamburg. In seinem Buch Der Mann - Ein Fehlgriff der Natur (1982, 1986²) finden sich Sätze wie die folgenden:
Unter Berufung auf die Form der Genitalien schreibt Knußmann über das Wesen des Mannes:
Das Buch schließt mit den Worten:
Diese Aussagen sind in mustergültiger Weise sexistisch. Sie sind sogar in sehr viel größerem Maße sexistisch, als andere seiner Aussagen rassistisch sind - sofern sie überhaupt rassistisch sind. Genau dies aber ist ihm von verschiedener Seite vorgeworfen worden".
So schreibt Thomas Mielke in einer Großen Hausarbeit für die Universität Mainz über die Vertreter der Breslauer Schule der Anthropologie (welcher Knußmann angehört), daß durch diese "eine tendenziell bis fast offen rassistische Ideologie transportiert" werde. "Rassistisch deshalb, weil sie geeignet ist, mit ihr Gruppen von Menschen wegen ihrer biologischen Eigenschaften zu diskriminieren."
In diesem Zusammenhang zitiert er Knußmann, der in seinem Lehrbuch der Anthropologie und Humangenetik (Stuttgart/New York 1980, S. 342) schrieb, daß
verfügten. "Solcherlei Formulierungen", meint Mielke, "sind Legitimation für eine herkunftsbedingte Ungleichbehandlung von Menschen. Sie dienen der Legitimation der Herrschaft von Menschen über Menschen. Mehr noch: Sie erlauben wegen ihrer biologischen Determinierung keinen Ausbruch aus dem Beherrschtwerden. Für die betroffenen Individuen gibt es keine Hoffnung auf Aufstieg durch Annahme einer bestimmten Ideologie oder Religion, bzw. durch Veränderung der eigenen materiellen Verhältnisse."
Wenn aber schon eine ausgleichende Feststellung wie die soeben zitierte als destruktiv bewertet wird, um wieviel mehr sind es dann die Feststellungen, die Knußmann über den Mann macht! Immerhin behauptet Knußmann ja nicht, daß die "Negriden" Affen seien und es immer bleiben würden, und daß sie keine Chance einer Entwicklung hätten. Das klänge dann allerdings so:
Wie gesagt, vom "Negriden" behauptet Knußmann das nicht, vom Manne schon. Diesem schmeichelt er übrigens noch durch eine Reihe weiterer Attribute:
Ich überlasse es Ihnen, lieber Leser, in diesen Sätzen das Wort "Mann" durch entsprechende andere Wörter auszutauschen, und daraus zu schließen, daß Sexismus ein Phänomen ist, dessen Kritik immer noch eine Aufgabe für die Zukunft ist.
Was den - relativ harmlosen - "Rassismus" Knußmanns betrifft, so hat in diesem Zusammenhang auch Kirsten Knaack (in: "Die Hilfsschule im Nationalsozialismus") sich daran gestoßen und erwähnt, daß in der Bibliothek seines Instituts für Humangenetik die Zeitschrift "Neue Anthropologie" in kompletter Auflage vom 1. Jahrgang 1973 bis zum 19. Jahrgang 1991 zu finden sei. "Bei der Lektüre der "Neuen Anthropologie" ist die gedankliche Nähe zu jenen Rassenhygienikern, die 1933 die Machtübernahme der Nazis begeistert aufnahmen bzw. zu Hitler selber, auffallend."
Was hingegen Knußmanns Sexismus betrifft, so wäre es untertrieben, hier nur von einer "gedanklichen Nähe" zu sprechen. Denn an menschenverachtender Schärfe sind seine diesbezüglichen Äußerungen kaum zu überbieten und sind auch damals nicht überboten worden.
Siehe hierzu auch meinen Artikel: Sexismus als Steigerung von Rassismus.
Ich werfe Rainer Knußmann vor: